Kunstfälschungen: Das Auge des Kunsthistorikers

3 Jun

Handelsblatt 14.02.2012

Kommentar:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Aussage trifft voll und ganz zu: Sowohl Kunsthistoriker als auch Kunsttechnologen müssen zusammenarbeiten, müssen ihre Sicht der Dinge bei der Untersuchung eines Kunstwerkes vorbringen und die Ergebnisse zusammenlegen. Die Kunsttechnologen haben dabei die objektivere Rolle, obwohl auch sie getäuscht werden können, egal wie modern ihre Untersuchungsmethoden sind. Fälscher verwenden authentische Farben, Leinwände, Klebestoffe etc. Dann hat der Kunsthistoriker das Wort und hier möchte ich widersprechen, denn an der Rolle des Kunsthistorikers haftet immer ein Stück Subjektivität. Um bei dem Beispiel zu bleiben: Warum sollte Pechstein nicht ausnahmsweise diese eine Straßenlaterne sehr genau vorgezeichnet haben. Hier einen Hinweis auf eine Fälschung zu sehen, ist Interpretationssache. Der Kunsthistoriker kann sich aber noch anders einbringen. Das Stichwort ist der Herkunftsnachweis für ein Kunstwerk. Dies gilt vor allem für sogenannte noch unbekannte Werke eines Künstlers. Der Herkunftsnachweis kann hier zusätzliche Sicherheit geben. Wurde das Kunstwerk schon vorher einmal erwähnt? Gab es Ausstellungen, Fotografien etc. Die im Artikel beschriebene Vorgehensweise ist aber in jedem Fall ein sehr guter Ansatz, doch ich sage nichts Neues, wenn ich behaupte, dass es immer unerkannte Fälschungen geben wird.

Hochachtungsvoll, Ihr

Ole R. Börgdahl

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