„Leben – Lebenslinien“ – Literaturwettbewerb

10 Aug

Die Kunsthalle Bremen hat in diesem Jahr einen Literaturwettbewerb ausgeschrieben.

Zitat: Die „Linie des Lebens“ wird wieder weiß. Am letzten Augustwochenende feiern wir diesen Übergang gemeinsam mit Studierenden der HfK, mit Bremer Schülern, die die Linie des Lebens in ihren Schulen weitergemalt haben, und mit allen, die das Erlebnis Hundertwasser noch einmal (nach-)wirken lassen möchten. Ein performatives Konzert mit Lesung und ein Kinder-Happening greifen in Wort, Bild und Klang das Thema der Linie des Lebens noch einmal auf.

Im Rahmen einer Raum-Klanginstallation werden sowohl Werke von Komponisten aufgeführt und moderiert, als auch sechs Ergebnisse aus einem bundesweiten Literaturwettbewerb zum Thema „Linie des Lebens – Lebenslinien“ vorgetragen.

Ich habe an dem Wettbewerb teilgenommen. Meine Arbeit kam dabei in die Top 20 und ist jetzt auf der Website der Kunsthalle Bremen zu sehen.

„Linie des Lebens“ Literaturwettbewerb

Für meinen Beitrag habe ich ein unveröffentlichtes „Vorwort“ aus meinen Tagebuchromanen „Ströme des Ozeans“ und „Zwischen meinen Inseln“ verwendet. An dieser einen DIN A4 Seite hängen mehr als 1.300 Romanseiten.

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Die Journale – Vorwort

von Ole R. Börgdahl

Meine Frau und ich möchten noch einige Erläuterungen zu den Texten geben, die wir in dem vorliegenden Buch herausgebracht haben. Ausgangspunkt für unsere Arbeit war ein Artikel, den wir 1998 in einer deutschen Kunstzeitschrift veröffentlicht haben und der seinerzeit von einigen anderen Magazinen übernommen wurde. Dort haben wir unsere erfolgreiche Recherche nach der Herkunft eines noch unbekannten Gemäldes des französischen Malers Eugène Henri Paul Gauguin beschrieben. Die Entstehungsgeschichte des Bildes war dabei in erheblichem Maße mit dem Schicksal der Familie Jasoline verknüpft, da ein Mitglied dieser Familie, die Tochter Julie, auf dem oben genannten Meisterwerk abgebildet war. Ich benutze bewusst die Vergangenheitsform, weil das Bild heute nicht mehr existiert. Es wurde während einer Ausstellung durch einen Brand vernichtet. Die Angelegenheit war für uns damit vollständig abgeschlossen.
Dies hat sich allerdings geändert, als uns neue Dokumente zugespielt wurden. Im Zuge meiner Recherchen bin ich seinerzeit in Paris auf eine Adresse gestoßen, unter der eine weitere Tochter der Familie Jasoline gelebt hat. Es handelte sich um Madame Thérèse Pallet, der Zwillingsschwester von Madame Julie Jasoline. Besagte Dokumente wurden im Nachlass von Madame Pallet gefunden und uns freundlicherweise von den Behörden überlassen. Schon bei der ersten Sichtung keimte in uns der Wunsch auf, die Geschichte der Familie Jasoline zu erzählen.
Für diejenigen, die unseren damaligen Bericht über das Gauguin-Gemälde nicht kennen, möchten wir noch einmal kurz rekapitulieren. Das Ehepaar Yvette und Victor Jasoline hatte zwei Töchter, die Zwillingsschwestern Julie und Thérèse. Anfang des 20.-Jahrhunderts sind diese Menschen dem französischen Maler Paul Gauguin auf der Marquesas-Insel Hiva Oa in Französisch-Polynesien begegnet. Die Begegnung hatte für den weiteren Lebensweg der Familie Jasoline keinerlei Bedeutung. Wir sahen darin aber den Auslöser, uns noch einmal näher mit der Geschichte der Familie Jasoline zu beschäftigen.
Wir haben lange überlegt, in welcher Form uns dies gelingen könnte. Wir haben schließlich entschieden die betroffenen Personen in übertragenem Sinne selbst sprechen zu lassen. Die Dokumente, die uns überlassen wurden, boten sich für ein solches Vorgehen geradezu an, da es sich um Journale handelte, also um Tagebücher. In dem Nachlass von Madame Pallet wurden eben diese Journale gefunden. Das Material wurde von uns vollständig gesichtet. Uns interessierte vor allem der Zeitraum ab 1895, dem Geburtsjahr der Zwillinge Thérèse und Julie. Von der Mutter Yvette Jasoline gab es noch Aufzeichnungen aus den Jahren 1881 bis 1895. Wir haben uns dann entschieden, bis ins Jahr 1890 zurückzugehen, weil sich Victor und Yvette etwa in dieser Zeit kennengelernt haben und hier auch über die Gründe berichtet wird, warum die Eheleute nach Französisch-Polynesien übersiedelten.
Es hätte Bände gefüllt, jedes geschriebene Wort aus den Tagebüchern zu übernehmen. Yvette und ihre Töchter konnten jedoch nicht mehr selbst entscheiden, welche Passagen aus ihren Texten für eine Veröffentlichung verwendet werden sollten. Diese Entscheidung mussten wir übernehmen. Mit der Sichtung des Materials, nach wiederholtem Lesen, nach vielen Diskussionen zwischen meiner Frau und mir, haben wir schließlich die wesentlichen Ereignisse herausgefiltert. Wir haben auch auf die Lesbarkeit geachtet und betroffene Passagen geändert, ohne dabei den Gesamtzusammenhang der Lebensereignisse zu verfälschen. Bei den abgedruckten Tagebucheinträgen handelt es sich also um Auszüge. Der erste von uns verwendete Eintrag, geschrieben von der noch unverheirateten Madame Yvette Jasoline, geborene Malkoue, datiert vom 31. März 1890, der Letzte, geschrieben von ihrer Tochter Madame Thérèse Pallet, stammt vom 31. Dezember 1961. Dazwischen liegen einundsiebzig Jahre im Leben der Autorinnen. Wir hoffen mit den kleinen redaktionellen Änderungen sowie mit der Auswahl der Tagebucheinträge im Interesse der Betroffenen gehandelt zu haben.
Taiohae, im Dezember 2005 – Florence Uzar und Georg Staffa

Ströme meines Ozeans

Im Buchhandel als eBook

Ströme meines Ozeans

ISBN 978-3-8476-2105-8

Leseprobe

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Zwischen meine Inseln

 Im Buchhandel als eBook

Zwischen meinen Inseln

ISBN 978-3-8476-2104-1

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