Ein Deutscher rettete die Tattoo-Motive

Yvette Jasoline erwähnt in ihren Tagebüchern nichts von Karl von Steinen. Sie kann ihm nur auf Tahiti begegnet sein, denn Yvette war erst 1899 das erste Mal auf Hiva Oa, also auf den Marquesas.

Süddeutsche.de 30.05.2013

Der Mühlheimer Forschungsreisende Karl von Steinen hatte in den Jahren 1897 und 1898 die Marquesas-Inseln im Pazifik erforscht. In seinen Aufzeichnungen über die „Tatauierung“ waren viele Motive bis ins kleinste Detail abgebildet; selbst die Verortung auf dem Körper hatte von Steinen beschrieben.

Da ist zum Beispiel das weit verbreitete Kake-Muster: verschlungene Streifen in Aufwärtsbewegung, meistens über den Ellenbogen tätowiert. Das Tattoo geht auf traditionelle Darstellungen der Tiki-Gottheit zurück, insbesondere auf seine Armmuster. Als mythologischer Wächtergott im polynesischen Kosmos ist Tiki oft als hölzernes Totem mit verkniffenem Gesicht dargestellt. Von der antiken Symbolik ging vieles verloren. Doch Tahitis Tätowierer sind kreativ genug, den Schnörkeln und Bändern zeitgemäße Kraft zu verleihen.

Wer genau hinsieht, erkennt in den Ornamenten Haifische, Echsen, Schildkröten oder Gesichter. Wie Kautupa, das großäugige Antlitz auf dem Knie. Es soll gegen Gelenkschmerzen schützen. Wenn man den Schmerz der Stiche in die empfindliche Stelle erst einmal überstanden hat.

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