Gericht fragt nach Prüfstandards

Handelsblatt 25.01.2012

Kommentar:

Sehr geehrte Damen und Herren,

das Materialgutachten zu einem Kunstwerk kann für die Echtheitsbestätigung eines Kunstwerkes nicht ausreichen. Ein Beispiel dafür ist Han van Meegeren. Es gibt heute sicherlich Methoden, wie die Weiterentwicklung der Makro-, Röntgen-, Infrarot- und UV-Untersuchungen, aber diese Methoden sind teuer. Eine Recherche in alten Ausstellungskatalogen, die den Nachweis bringt, dass das betreffende Kunstwerk in seiner Vergangenheit bereits einem Publikum präsentiert wurde, ist dabei eine überaus wichtige Ergänzung. Es ist davon auszugehen, dass die Veranstalter von Ausstellungen ihr Kunstwerk ebenfalls überprüft haben. Ein Gutachter kann sich dann auf diese Referenz stützen. Im Falle von Han van Meegeren führt dies jedoch auch nicht zum Erfolg, weil der „Fälscher“ Kunstwerke imitiert hat, die dann z.B. Jan Vermeer zugeordnet wurden. Diese Kunstwerke wurden dann als „noch unbekannte Meisterwerke“ bejubelt und niemand hat nach einem alten Ausstellungskatalog gefragt. Wenn wir aber diesen Fall bei Seite nehmen, kann auch eine existierende Erwähnung in einem Ausstellungskatalog zu einem Fehlurteil führen. Die Gutachter haben es nämlich dann schwer, wenn selbst Kataloge gefälscht wurden. Dies ist in der Vergangenheit ebenfalls schon vorgekommen. Daher wird es immer auch unentdeckte Fälschungen geben, die auch unentdeckt bleiben werden. Dies kann das Gemüt der Sammler natürlich nur bedingt beruhigen.

Hochachtungsvoll, Ihr

Ole R. Börgdahl

Cover Fälschung 1400 Pixel

Im Buchhandel als eBook

F ä l s c h u n g

ISBN 978-3-8476-2037-2

Leseprobe

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