Leseprobe Kapitel 1

Faro

F A R O

 

Roman

© 2011 Ole R. Börgdahl

Dritte Auflage

Titel der Originalausgabe: »Faro«

Umschlaggestaltung, Illustration: Ole R. Börgdahl

Das Werk, einschließlich seiner Teile, ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ist ohne Zustimmung des Autors unzulässig. Dies gilt insbesondere für die elektronische oder sonstige Vervielfältigung, Übersetzung, Verbreitung und öffentliche Zugänglichmachung.

Die Handlung der Geschichte ist frei erfunden. Ähnlichkeiten oder Namensgleichheit mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig und unbeabsichtigt.

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1                Kriegsweihnachten

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Es gab einen leichten Ruck, als der Zug wieder anfuhr. Michael öffnete träge die Augen. Auf dem Platz vor ihm saß jetzt ein junger Leutnant. Der Mann nickte nur kurz. Michael verstand sofort, obwohl er jederzeit bereit gewesen wäre, vorschriftsmäßig zu grüßen. Wenigstens richtete er sich jetzt in seinem Platz etwas auf, zog die Uniformjacke glatt und sah hinaus auf den Bahnsteig, dessen letzte Meter gerade vorüberzogen. Selbst hier standen noch Reisende.

»Dortmund!«, sagte Michael leise vor sich hin und schaute dem vorbeifliegenden Stationsschild nach.

Der Leutnant sah noch immer zu ihm. »Torpedomixer, was?«

Michael blickte ihn an. »Bitte, Herr Leutnant?«

»Sie sind ein U-Boot-Mann, Torpedomechaniker«, wiederholte der Leutnant und zeigte auf Michaels Uniformabzeichen. »Und Sie sind schon länger dabei, Sie tragen ja bereits das Kriegsabzeichen, mindestens zwei Fahrten, stimmt’s?«

Michael nickte.

Der Leutnant lächelte. »Ich kenne mich ein wenig aus, mein Bruder ist nämlich auch bei der Kriegsmarine.«

»Darf ich fragen, ob ihr Herr Bruder ebenfalls bei den U-Booten dient, Herr Leutnant?«

Der Mann schüttelte den Kopf. »Nein, nein, ich glaube das wäre nichts für ihn, also für meinen Bruder. Die See schon, aber nicht unter Wasser.« Er zögerte. »Mein Bruder sitzt jetzt in Kiel, am Schreibtisch, kriegsversehrt.«

Michael nickte bedächtig. »Das tut mir leid, Herr Leutnant.«

»Ja, ja, es ist nicht so schön, er hat ein Auge und drei Finger verloren, oben in Norwegen, auf seinem Schiff, gleich zu Anfang.« Der Leutnant räusperte sich. »Meine Mutter beruhigt es allerdings, dass er nicht mehr raus muss.«

Es trat ein kurzes Schweigen ein, bis der Leutnant weitersprach.

»Und Sie machen die Torpedos klar, damit es bei den Tommies ein ordentliches Feuerwerk gibt, was?«

»Ohne mich müsste sich der Kaleun sein Ritterkreuz mit der Bordkanone holen«, erwiderte Michael lachend.

Der Leutnant nickte heftig. »Das ist gut, das finde ich gut. Und, hat ihr Kaleun schon das Ritterkreuz?«

Michael antwortete nicht, er sah den Leutnant nur an, der nicht gleich verstand.

»Und wo sind Sie stationiert, welche Flottille?«, fragte er weiter.

»Entschuldigen Sie vielmals, Herr Leutnant«, antwortete Michael zögernd.

Der Leutnant sah ihn erstaunt an, dann hatte er endlich begriffen. »Schon in Ordnung, Herr Unteroffizier, ist schon richtig.« Dann überlegte er. »Und jetzt geht es zu Muttern, zum Weihnachtsbraten, was?«

»Jawohl, Herr Leutnant, zum Weihnachtsbraten.«

*

 Als es draußen dunkel wurde, hatte sich Michael seinen Mantel übergezogen und war wieder eingenickt. Erst kurz vor Hamburg erwachte er. Die Stadt war nur spärlich beleuchtet, die meisten Häuser waren verdunkelt und die Straßenlaternen nicht eingeschaltet. Der Zug wurde langsamer, fuhr aber noch etliche Zeit durch Vorstädte, bis die Gleisanlagen endlich das nahe Bahnhofsgelände ankündigten. Es war schon nach neun, als die Wagons mit einem letzten Ruck zum Stehen kamen. Der Bahnsteig belebte sich sofort, es war wieder ein Heer von Uniformen. Michael nahm seinen Seesack aus dem Gepäcknetz und ließ sich aus dem Wagon schieben. Zunächst erfrischte ihn die kalte Luft, dann wurde es schnell unangenehm. Die Feuchtigkeit drang in seine Kleidung. Er sah sich nach seinem Vater um, noch war die Menge überschaubar. Dann entdeckte er ihn, ganz hinten an einem Wartehäuschen. Der Vater kam ihm entgegen, eine kurze Umarmung im Gedränge, dann schulterte er Michaels Seesack.

»Ich habe Bentins Opel, wir müssen aber noch ein Stück laufen.«

Sie verließen den Bahnsteig über eine der breiten Treppen. Die Menge löste sich langsam auf. Die Uniformen vermischten sich mit Zivilkleidung. Mütter und Väter, Ehefrauen und Freundinnen, Kinder, die jetzt die Wehrmachtsurlauber begleiteten. Der Vater hatte in einer Seitenstraße geparkt. Bentins Opel stand im Dunkeln einer Häuserwand. Sie blieben vor dem Wagen stehen und der Vater drückte den Sohn nochmals an sich.

»Bist du gesund?«

»Natürlich Papa, sonst hätte ich es euch doch geschrieben.«

»Deine Mutter macht sich immer Sorgen, immer, und dabei weiß doch niemand, wie lange der Krieg noch dauert.« Er schüttelte langsam den Kopf. »Dann steig erst mal ein. Nimm dir eine Decke, es liegen welche auf der Rückbank.«

Als sie im Wagen saßen, öffnete der Vater das Handschuhfach und deutete auf das Päckchen darin.

»Deine Mutter hat dir ein paar Brote geschmiert. Du hast doch Hunger?«

Michael nahm das Päckchen, befühlte den Inhalt.

»Mettwurst«, sagte der Vater, »und da muss auch noch eine Flasche Bier sein.«

Michael fand das Bier, löste den Bügelverschluss und nahm einen großen Schluck. Der Vater sah ihm dabei zu. Dann erst startete er den Motor. Sie verließen die kleinen Straßen des St.-Georgs-Viertels, folgten der Uferpromenade der Außenalster und befanden sich nach kurzer Zeit auf der Landstraße Richtung Marienfelde. Michael hatte die Brote ausgepackt und bekam mit den ersten Bissen noch größeren Appetit. Seine letzte Mahlzeit bestand aus einer Bockwurst, die er vor Stunden in einem Bahnsteigimbiss gekauft hatte.

»Mutter hat sich so gefreut, ich meine, dass du nun doch an Weihnachten zu Hause bist.«

Michael nickte. »Zufall, Glück, aber eigentlich ein Unglücksfall, eine Havarie im Hafen.«

»In Lorient?«

»Ja, vor zwei Tagen. Wir sind zur Probefahrt rausgefahren. Wir haben es aber nicht weit geschafft, uns ist ein Minenräumer in die Quere gekommen, hätte schlimm ausgehen können.«

»Warst du auch auf deinem Boot?«

»Natürlich, Papa, alle Kameraden waren an Bord.« Michael überlegte. »Wir waren auf dem Weg nach draußen, dann kam dieser Minenräumer. Der ist falsch gefahren, so ein Idiot. Wir sind mit dem Bug hineingerauscht. Es hat uns ganz schön von den Beinen geholt. Ein paar Kameraden haben sich verletzt, aber am Schlimmsten hat es das Boot erwischt. Nachdem die Werft sich den Schaden angesehen hat, musste der Kaleun die Ausfahrt absagen. Die Werft braucht bestimmt zwei Wochen, um das Schanzkleid zu erneuern. Zum Glück hat es die Rohre nicht zerlegt, dann müssten sie den ganzen Druckkörper auf Schäden untersuchen und das dauert.«

»Und wenn es diese Havarie nicht gegeben hätte, dann wärst du jetzt schon wieder auf See.«

Michael schüttelte den Kopf und nahm noch einen Schluck Bier, bevor er antwortete. »Wir sollten morgen auslaufen, wenn der neue I WO bis dahin aufgetaucht wäre.« Michael zögerte. »Ich bin ja eigentlich froh, dass Oberleutnant Rath weg ist, aber man weiß ja nicht, wer dann kommt.«

»Was ist denn mit diesem Oberleutnant?«

»Nichts, eigentlich nichts, ich mochte ihn nur nicht. Es passt irgendwie, dass der jetzt beim B.d.U. in Paris ist. Ich habe auch gehört, dass der Admiral seine Hand im Spiel hatte. Es wird ja immer viel geredet, aber bei dem I WO kann ich es mir gut vorstellen, der hat sich auch vor dem Kaleun immer so benommen, als wenn er über ihm stehen würde. Das macht man doch nur, wenn man die Herren ganz oben kennt. Der Kaleun hat immer so getan, als wenn er es nicht merkt.«

Der Vater hatte schweigend zugehört. Sie hatten die Vorstädte schon hinter sich gelassen. Es wurde ländlicher. Einzelne Gehöfte tauchten auf und verschwanden wieder. Bis Papendorf waren es jetzt nur noch zehn Kilometer, als auf dem Feld rechts von der Landstraße plötzlich ein Gitterzaun aufschoss. Michael sah hinaus und konnte hinter dem ersten, hohen Zaun einen Zweiten erkennen, der von Wachtürmen flankiert war. Noch weiter hinten auf dem schwachbeleuchteten Gelände zeichneten sich Baracken ab. Michael versuchte mehr von der Anlage zu sehen, konnte aber in der Dunkelheit nicht erkennen, ob die Wachtürme besetzt waren oder ob hinter den Zäunen Männer patrouillierten.

»Das haben sie Anfang des Jahres gebaut«, erklärte der Vater. »Die ersten Gefangenen sind dann kurz vor Ostern gekommen.«

»Gefangene?« Michael sah seinen Vater an.

»Ja, Kriegsgefangene. Es sollen Franzosen und Engländer sein. In den anderen Lagern im Osten brauchten sie Platz wegen der vielen Russen. Das hat zumindest Bentin behauptet. Bentins haben das Holz für die Baracken geliefert.«

Michael sah wieder in die Nacht hinaus. Der Zaun endete so schnell, wie er aufgetaucht war. Alles verschwand in der Dunkelheit. Er sah sich noch einmal um, konnte aber nichts weiter erkennen.

*

Er hatte geträumt, aber er konnte sich nicht mehr an den Traum erinnern. Er strengte sich an, einige Bilder zogen vorbei. Er hatte die Augen geöffnet und starrte gegen die Dachschräge über seinem Bett. Es war kurz vor acht. Die Mutter hatte schon eine Kanne Wasser gebracht und auf dem Waschtisch abgestellt. Eigentlich hasste er den Heiligen Abend, weil diesem fröhlichen Tag immer ein Tag der Trauer folgte. Es war schon so, seit Michael denken konnte. Er war nicht das einzige Kind seiner Eltern. Er hatte einen jüngeren Bruder. Gerhard war im Säuglingsalter gestorben, am Tag nach Heiligabend. Es war jetzt neunzehn Jahre her, doch der erste Weihnachtstag gehörte für Michaels Eltern nach wie vor der Trauer um diesen Sohn. Michael sah auf ein Astloch in der Holzvertäfelung. Der Punkt begann vor seinen Augen zu verschwimmen. Er dachte an seine Kindheit, an den Geruch von Leder und Fett, der immer über der Werkstatt seines Vaters lag und er dachte an die feinen Herrschaften, die sich die teuren Reitsättel anfertigen ließen. Es waren oft Leute aus Berlin oder Dresden. Michael erinnerte sich an einen dicken Bayern, einem Stadtrat aus München, der sich Sattel und Zaumzeug persönlich abholte. Der Mann hatte bei ihnen in der Stube gesessen, wurde mit Weizenkorn und Gebäck bedient. Der Vater hatte eigentlich immer gut zu tun. In den letzten Jahren flickte er zunehmend auch Autositze, polsterte Sitzbänke und verwendete nur die teuersten Leder. Michael war mit den Gerüchen aus der Werkstatt aufgewachsen, aber das Handwerk hatte er nie lieben gelernt. Er mochte die Stanzmaschine und den Biegeautomaten, mit dem die Beschläge in Form gebracht wurden. Er mochte die Mechanik, die Getriebe und die Hebel und Schalter. Der Vater hatte ihm seinen Willen gelassen, ihn auf die Werft gegeben. Michael dachte an die Zeit auf der Werft. Er fragte sich plötzlich, was nach dem Krieg werden würde? Diese Gedanken waren nicht gut, der Krieg war noch nicht vorüber. Michael schluckte, er richtete sich auf, sah sich im Zimmer um. Auf dem Nachttisch lagen die beiden Bücher, die er von seiner Großmutter geschenkt bekommen hatte. Er nahm einen Band, schlug eine Seite auf und las ein paar Zeilen. Dann klappte er das Buch wieder zu, betrachtete sich den Buchdeckel. Die Großmutter hatte den Roman selbst schon gelesen, beide Romane. Die Geschichte einer Gutsherrenfamilie in Ostpreußen. Er würde die Bände mit nach Lorient nehmen. Er war für Lesestoff immer dankbar.

*

Zwei Tage nach Weihnachten. Michael hatte sich in den kleinen Schuppen zurückgezogen. Er saß auf einem Hocker. Vor ihm stand sein altes Motorrad, eine BMW R32, Baujahr 1923. Der längs eingebaute Boxermotor mit den quer stehenden Zylindern hob sich mattsilbern von dem schwarzlackierten Rahmen ab. Das Emblem auf dem langgezogenen, dreieckigen Tank leuchtete blau-weiß. Wenigstens war die Maschine geputzt, auch wenn sie noch nicht wieder lief. Michael genoss einfach nur die Schönheit. Maschinen waren für ihn schön. Er wusste nicht, was er jetzt machen sollte, ob es sich überhaupt lohnte, mit etwas zu beginnen. Seit drei Jahren lagen die Ersatzteile für die Kardanwelle und das Dreiganggetriebe in einem Karton bereit. Seit drei Jahren hatte er sich sein Motorrad immer nur angeschaut, genau, wie er es jetzt tat. Die Schuppentür knarrte. Michaels Vetter Rudolf war eingetreten und blieb einige Sekunden schweigend an der Tür stehen.

»Warum gibst du sie nicht in die Werkstatt?« Wenn du das nächste Mal zu Hause bist, ist sie fertig und du kannst eine Runde drehen.«

Michael wandte sich zu Rudolf um und lächelte. »Ich könnte sie nicht fahren, wenn ich sie nicht selbst repariert hätte.«

»Versteh ich nicht.« Rudolf war an Michaels Seite getreten. »Wenn ich könnte, würde ich fahren, aber ich kann ja nicht, ich kann ja gar nichts.« Rudolf hielt seinen Armstumpf vorgestreckt. Wie immer hatte er den linken Ärmel seiner Jacke aufgerollt.

Michael sah zu ihm auf. »Was ist los, was willst du?«

»Ach, gar nichts, ich dachte nur, wenn die Maschine wieder läuft, könntest du mich mitnehmen, auf dem Sozius.«

»Na bitte, so hört sich das doch schon besser an. Mensch, Alter, grüß dich.« Michael war aufgestanden und umarmte Rudolf.«

»Und was gibt’s Neues aus Frankreich, hast du endlich mal eine kleine Französin aufgetan?«

Michael antwortete nicht. Bei der Frage musste er plötzlich an Renate denken. Rudolf schien es zu ahnen.

»Was hört ihr beim Militär eigentlich so aus Russland?«

»Nichts, nur das Offizielle.« Michael überlegte. »Die Wochenschau habe ich lange nicht mehr gesehen. Ich gehe in Lorient nicht so oft ins Kino, eigentlich gar nicht.«

»Ach, in der Wochenschau zeigen sie immer nur marschierende Verbände. Natürlich geht es stetig vorwärts, immer druf uf den Russen.« Rudolf schüttelte den Kopf. »Ich kann mir das nicht vorstellen, der Russe wird sich doch auch wehren.« Er überlegte. »Von Renates Banker haben wir auch nichts mehr gehört. Ich glaube, sie weiß selbst nicht, wo der jetzt genau steckt. Im Mai geheiratet und im Juni musste der schon mit auf den Feldzug. Na ja, der ist wenigstens Offizier.«

»Und was ist mit Renate, lebt sie noch hier im Dorf?«

»Nein, natürlich nicht«, antwortete Rudolf verächtlich. »Frau Renate Henschmann verkehrt doch jetzt in ganz anderen Kreisen, in Hamburg-Rotherbaum. Die ist der Partei jetzt ganz nahe. Da hat sie dieser Henschmann hingebracht. Der hat doch lauter so Leute in seiner Familie, Ortsgruppenleiter, Kreisleiter und ich glaube sogar einen Gauleiter, Bonzen eben.«

Michael dachte an die gemeinsame Zeit mit Renate. Er war davon überzeugt, dass sie schneller erwachsen geworden war als er. Irgendwann war es dann vorbei. Michael war schon bei der Marine, als Renate Walter Henschmann kennengelernt hatte. Die Heirat vor anderthalb Jahren hatte Michaels Mutter noch in einem Brief erwähnt, aber das war auch schon alles. Renate hatte bis jetzt kein Kind bekommen, das wusste Michael noch. Vielleicht war es ganz gut so, vielleicht aber auch nicht.

Rudolf kramte in seiner Jackentasche und zog ein Heft hervor. »Schau mal, das habe ich von Ennas Bruder, der hat es aus der Schule mitgebracht.«

Michael nahm das Heft, das in einen bunten Schutzumschlag steckte, und las den Titel laut vor.

»Aha! Was jeder vom deutschen U-Boot wissen sollte!«

Rudolf nickte. Er tippte auf den Umschlag. »Hier ist alles erklärt, also wie so ein U-Boot aufgebaut ist.« Er nahm Michael das Heft wieder aus der Hand, zog den Umschlag ab und klappte ihn auseinander. »Hier, jetzt sag mir doch mal, ob das alles so richtig ist.«

Auf dem Umschlag war der Querschnitt eines U-Bootes abgedruckt. Erklärungen dazu standen in einer Legende neben der Abbildung. Michael überprüfte einige der Beschreibungen und nickte dann.

»Im Großen und Ganzen ist das schon in Ordnung.«

»Wirklich?« Rudolf schaute Michael begeistert an. »Ich hab es mir auch durchgelesen. Ist schon ganz interessant.« Er überlegte. »Wie ist das mit den Wasserbomben, haben sie euch schon mal mit Wasserbomben beschossen? Bei diesem Bartsch klingt das alles so harmlos, als wenn die mit Knallerbsen auf so ein Boot losgehen.«

»Ja, das mit den Wasserbomben ist nicht so schön«, antwortete Michael verhalten. »Der Tommy ist ja ganz scharf darauf, so ein U-Boot zu knacken, besonders, wenn du ihm einen Frachter nach dem anderen wegballerst. Unser Kaleun hat das Boot aber bisher immer gut da raushalten können. Unter Wasser ist ein U-Boot schon recht sicher, aber man muss ja auch irgendwann mal wieder auftauchen und dann muss man sich vor den Fliegern in Acht nehmen. So einen Zerstörer mit seinen Wasserbomben, den kann man heranrauschen hören. Die Flieger kommen dagegen aus dem Nichts, da kannst du noch so gut den Himmel beobachten, irgendwann kommen die aus der Sonne oder aus den Wolken und dann wird es knapp mit dem Alarmtauchen.«

Rudolf nickte. »Von Fliegerangriffen schreibt Bartsch überhaupt nichts. Naja, es soll ja auch nicht abschrecken. Die suchen doch bestimmt immer Jungs, die zu den Unterseebooten wollen.«

»Schreibt Bartsch denn wenigstens, dass man mit einem U-Boot sogar bis nach Amerika kommt.«

»Warst du in Amerika?«, fragte Rudolf ungläubig.

»Also, vom Turm aus haben wir die amerikanische Küste gesehen, wir sind natürlich nicht an Land gegangen.« Michael dachte nach. »In diesem Jahr habe ich schon einiges hinter mir. Die erste Unternehmung, gleich im Januar, ging schon schlecht los. Nach zehn Stunden mussten wir zurück in den Stützpunkt. Der Kompass hat nicht mehr funktioniert und dann war auch noch die Drosselklappe der Dieselmaschine defekt. Wir haben noch mal drei Tage im Dock gelegen. Keiner durfte vom Boot runter. Etwas Langweiligeres gibt es nicht, man kommt nicht voran und es gibt auch nichts richtig zu tun.«

»Ja, aber dann ging es doch irgendwann los. Mensch, jetzt halt dich doch nicht mit dem Kram auf.«

Michael lachte. »Dann ging es tatsächlich los, stimmt, und zwar nach Mittelamerika, an die Mündungen der großen Flüsse. Ist ein gutes Jagdrevier. Anfang des Jahres hat der Ami noch nicht gewusst, was der Tommy längst weiß. Wir haben in zwei Wochen neun Pötte auf den Grund geschickt. Der Kaleun hat alles zusammen auf sechzigtausend Tonnen geschätzt. Es war auch ein dicker Fisch dabei, ein Tanker von bestimmt zehntausend Tonnen. Alle meine Torpedos haben gesessen und sind auch hochgegangen. Dafür bin ich schließlich verantwortlich, also, dass die Torpedos funktionieren. Mit Zerstörern gab es auf der ersten Fahrt keine Scherereien, wir konnten immer rechtzeitig tauchen und verschwinden. Es wurden zwar auch Wasserbomben geworfen, aber immer an den falschen Stellen. Die hatten es noch nicht so raus, die Amis, für die war der Krieg ja erst ein paar Wochen im Gange. Trotzdem waren wir natürlich froh, als der Kaleun dann die Rückfahrt befohlen hat. Mitten im Atlantik haben wir vom Feind nichts gesehen. Wir sind die ganze Zeit über Wasser gefahren, haben uns sogar ab und an auf Deck gesonnt. Nach Wochen konnten wir da endlich mal alles von uns strecken. Im Boot ist es natürlich schon sehr eng und stickig und auch immer recht feucht. Die Klamotten kriegst du da kaum trocken. Eigentlich ist es ein Scheißklima unten im Boot. Es gibt keine Heizung, nur im Maschinenraum ist es warm, zu warm und es stinkt nach Öl und Abgasen. Auf jeden Fall waren wir froh, dass wir mal für ein paar Stunden aus der engen Röhre raus konnten. Unangenehm wurde es erst wieder an der nordafrikanischen Küste. In der Biskaya wurde es dann sogar richtig brenzlich, da muss man nämlich wieder verdammt auf Flieger achtgeben. Es ist wirklich nicht einfach, sich diese Teufel mit der Flak auf Distanz zu halten.«

»Schießt du auch mit der Flak?«, fragte Rudolf.

»Natürlich könnte ich es, im Notfall, aber regulär machen es die Bordschützen. Die sind fixer und meinetwegen auch treffsicherer. Mit der Zehnfünfer musst du ein richtiger Artillerist sein. Mit der Flak kann eigentlich jeder schießen. Einfach draufhalten und abdrücken. Deine Leute müssen natürlich schnell mit dem Nachladen sein, damit es keine Unterbrechung gibt und der Flieger nicht entwischen kann.«

»Und das war dann deine erste Feindfahrt?«

»Unternehmung, wir nennen es Unternehmung«, betonte Michael. »Nach der ersten Unternehmung wurden wir beim Einlaufen noch mit Marschmusik begrüßt. Alle stehen an Deck und am Turm hängen die Wimpel, die Fähnchen mit der versenkten Tonnage. Man will schließlich zeigen, was man hat.«

»Na und dann, was macht ihr im Hafen nach so einer Unternehmung. Dann wird doch gefeiert, oder?«

»Erst einmal wird das Boot ausgeräumt, komplett ausgeräumt. Der ganze Müll muss raus. Wenn noch Torpedos da sind, dann bleiben die natürlich drin. Und dann, dann wird sich natürlich rasiert. So etwas kommt auf der Fahrt nämlich zu kurz. Wenn wir einlaufen, dann sehen wir aus wie die Räuber, alle, auch der Kaleun und die Offiziere. Ich habe es noch nie erlebt, dass sich jemand auf der Fahrt rasiert hat. Man muss ja schon froh sein, wenn man sich ab und zu mal waschen kann.«

»Ja, aber wenn das alles erledigt ist, dann wird doch gefeiert, oder?«

»Jeder hält es, wie er will. Natürlich spült man sich das Salzwasser aus den Kiemen, und zwar mit einem anständigen Bier. Zum Glück haben wir unser deutsches Bier in Frankreich. So mancher Kamerad ist allerdings auf den Geschmack von Champus gekommen, was sich ja auch anbietet. Ich bin nicht so für das Zeugs. Ich halte mich lieber ans Bier, wenn überhaupt. Während der Liegezeit gibt es immer etwas zu tun. Wir fahren weiter unsere Wachen, wie auf See, nur dass eben Reparaturdienst ansteht oder Bunkerwache.«

»Das klingt ja nicht sehr begeistert«, stellte Rudolf fest. »Wo bist du denn noch gefahren?«

Michael überlegte. »Die zweite und dritte Unternehmung ging auch nach Mittelamerika. Auf solch langen Fahrten wird das U-Boot natürlich von anderen Booten versorgt. Es gibt extra Versorgungsschiffe, das sind manchmal auch U-Boote, die vor allem Treiböl, aber auch Proviant übergeben. Torpedos haben wir nur einmal bekommen, weil es kaum Torpedofehler gab, also Torpedos, die nicht gezündet haben. Nur einmal mussten wir für einen Pott vier Dinger losmachen, weil zwei danebengegangen sind. Dafür haben wir aber zwei kleinere Frachter ausschließlich mit unserer Zehnfünfer versenkt. Was mir allerdings noch fehlt, ist eine richtige Äquatortaufe.«

»Bloß nicht, dann wirst du noch wie mein Vater«, höhnte Rudolf. »Du weißt ja selbst, dass er nur ein halbes Jahr zur See gefahren ist, aber eine Äquatortaufe hat er mitgemacht. Ich wette er erzählt gerade mal wieder jemandem, wie ihm der Dreck der nördlichen Halbkugel abgewaschen wurde und wie sie ihn abgefüllt haben und dass er als Einziger noch stehen konnte. Und das lassen die Offiziere auf einem U-Boot zu, dass da so gesoffen wird?«

»Mir hat man erzählt, es wäre eine Taufe wie in Friedenszeiten, und wenn ein Offizier noch nicht getauft ist, dann muss er auch dran glauben.«

»Wie sind denn die Offiziere so?«

»Die ganz großen Tiere fahren natürlich nicht auf einem U-Boot. Der Kommandant ist Kapitänleutnant, der erste Wachoffizier und der Leitende Ingenieur sind beides Oberleutnants und der zweite Wachoffizier ist bloß nur noch ein kleiner Leutnant.«

»Als Obermaat bist du aber doch auch schon eine Respektsperson«, stellte Rudolf fest.

»Ich zitiere aus der Dienstvorschrift:«, sagte Michael mit bewusst förmlicher Stimme. »Der Unteroffizier ist das Bindeglied zwischen Führung und Mannschaft.« Dann lachte er. »Jedenfalls sind mir die Lords oft näher als die ganzen Leutnants. Der Kaleun ist allerdings in Ordnung. Er hat die Niobe überlebt. Er gehört zu Crew 32 und das soll schon was heißen.«

Rudolf nickte anerkennend. »Jawohl, Herr Obermaat.«

Michael erhob sich von dem Hocker. »So jetzt ist Schluss. Hilf mir mal mit der Plane.«

Michael schob das Motorrad in eine Ecke des Schuppens. Rudolf hatte die Plane bereits hervorgezogen. Michael ergriff das andere Ende und gemeinsam deckten sie die Maschine wieder zu.

»Bis zum nächsten Mal. Wenn ich zwei Wochen am Stück hätte und keine Ablenkung, dann könnte ich sie fertigmachen.«

»Ich gebe sie nächste Woche in die Werkstatt und du wirst es hinnehmen müssen. Du willst doch auch, dass die Mühle wieder läuft. Im Frühjahr machen wir dann eine Spritztour nach Hamburg.«

Rudolf wirkte entschlossen und rechnete schon mit Michaels Einspruch. Dieser blieb allerdings aus. Michael war in Gedanken.

»Sag mal, vor ein paar Tagen, auf dem Weg von Hamburg hierher sind wir an einem Lager vorbeigefahren. Vater sagt, es sei ein Gefangenenlager, Kriegsgefangene, Franzosen und Engländer. Warum haben die das hier in die Gegend gebaut?«

Rudolf zuckte mit den Schultern. »Weiß nicht, die haben das Lager erst vor ein paar Monaten errichtet, aber da sind bestimmt keine Kriegsgefangenen drin. Das ist doch ein Arbeitslager. Es soll doch sogar auch Frauenbaracken geben. Also können es nicht nur Kriegsgefangene sein.«

»Ein Arbeitslager?«, fragte Michael.

»Na klar, die schicken die Leute nach Hamburg in die Fabriken oder zu den Großbauern auf die Felder.«

»Glaub ich nicht, das müssen Kriegsgefangene sein. Ich habe doch Wachen auf den Türmen gesehen und sogar ein Maschinengewehrnest.«

Rudolf schüttelte den Kopf. »Das ist eben das Recht des Siegers, und damit die Leute nicht stiften gehen, sperrt man sie in Lager und bewacht sie. Das nennt sich Zwangsverpflichtung.«

»Ich weiß nicht, das können doch keine Zivilisten sein. Vielleicht sind es Verbrecher, Saboteure, Leute aus dem Widerstand.«

Rudolf lächelte. »Wir haben Krieg, das solltest du besser wissen als ich. Meinst du, wir laden uns da ein paar Franzosen oder Engländer oder Holländer ein, damit sie ihren Urlaub bei uns verbringen. Wenn deutsche Soldaten in Frankreich stehen und hier nicht in den Fabriken arbeiten können, dann muss eben Ersatz her. Und was wir hier haben, also diese Lager, die gibt es überall im schönen Großdeutschen Reich.«

»Sag mal, du weist wohl gut Bescheid. So was wird doch nicht im Heeresbericht erwähnt, oder.«

Rudolf sah kurz zur Schuppentür, trat dann einen Schritt näher an Michael heran. »Der Heeresbericht ist doch was für’n Kindergarten. Ich war die letzten Wochen oft in Dresden, hab da einen Kumpel. Was mit meinem linken Arm ist, hat er mit dem rechten Bein.« Rudolf zupfte sich am Ärmel seines Hemdes. »Er nennt es Kötzschenbroda, weißt du, was ich meine?«

Michael sah Rudolf an. »Kötzschenbroda?«, wiederholte er.

Rudolf trat noch ein Stück näher. »Mein Kumpel hat ein uraltes Radio, wohl aus den Zwanzigern oder so. Er hat immer einen Hammer zur Hand, wenn er Radio hört. Weißt du jetzt, was ich mit Kötzschenbroda meine?«

»Ne, wirklich nich’.« Michael schüttelte den Kopf. »Was soll das mit dem Hammer und diesem Kötzschenbroda?«

»Ja, wie soll ich es sagen.« Rudolf zögerte. »Also, mit dem Hammer würde er das Radio kaputt hauen. Dann kann niemand behaupten, dass das Ding noch funktioniert hat.«

Michael hatte endlich begriffen. »Du meinst, dein Kumpel hört ausländische Sender?«

»Ich würd’s noch lauter brüllen.« Rudolf sah wieder zur Schuppentür. »Also, dieses Kötzschenbroda ist schon sehr spannend. Ich hab ja auch erst gedacht, die Engländer bescheißen, aber wenn man die Nachrichten häufiger hört und auch sieht, was hier so vor sich geht. Du verstehst schon, was ich meine.«

»Ich weiß nicht, was soll das, warum machst du das? Und du bist jetzt überzeugt, dass der Feind die Wahrheit sagt. Warum sollten die Engländer das machen?«

Rudolf zuckte mit den Achseln. »Weil es für die Engländer besser steht, seitdem der Ami mitmischt. Mein Kumpel sagt das auch. Als die Amis 1917 in den Krieg eingetreten sind, da begann für den Kaiser die Kacke anzudampfen. So wird’s jetzt auch wieder sein.«

»Man, halt doch die Schnauze. Erst hörst du Feindsender und dann schwingst du auch noch solche Reden.«

»Halt du die Schnauze. Hab’ nichts von Feindsender gesagt.«

»Kötzschenbroda!«, sagte Michael kopfschüttelnd. »Ja, ja, ich weiß.«

*

Die Mutter klopfte, wartete eine Sekunde und trat dann ins Zimmer. Michael lag auf dem Bett. Er hatte das Buch gerade zur Seite gelegt, streckte sich gähnend.

»Du sollst doch die Tagesdecke abnehmen, wenn du dich aufs Bett legst.«

Michael blickte auf. »Ich weiß, Mama, aber ich wollte nicht, dass die Bettwäsche schmutzig wird.«

»Dann musst du sie eben auch herunternehmen und dich nur auf die Matratze legen.« Die Mutter zögerte. »Aber ist schon gut, Junge, ich beziehe das Bett ohnehin morgen neu, wenn du wieder fort bist.«

Die letzten Worte sprach sie ganz leise. Michael erhob sich, nahm ihr den Wäschekorb ab, stellte ihn auf den Boden und umarmte seine Mutter. Sie blieben einige Sekunden so stehen. Die Mutter streichelte Michael über die Schulter, sie lösten sich wieder voneinander.

»Ich habe dir deine Sachen gewaschen. Willst du sie gleich einpacken, damit du nichts vergisst?«

Michael nickte. Er holte seinen Seesack aus der Ecke neben dem Kleiderschrank und stellte ihn auf den Schreibtisch. Die Mutter bückte sich und griff ein paar Wäschestücke aus dem Korb, legte Unterwäsche, Taschentücher, Socken und zwei Halstücher auf den Schreibtisch. Michael hatte bereits seine Halbschuhe und die blaue Ausgehuniform ganz nach unten im Seesack verstaut. Die Mutter holte noch zwei Pullover, zwei Hemden und die Strickjacke aus dem Wäschekorb. Michael nahm ihr die Sachen ab, legte sie in den Seesack. Dann stopfte er den Kleinkram dazwischen, Kleiderbürste, Essbesteck, Wasch- und Rasierzeug, Schuhputzzeug, Lederfett, Nähzeug.

»Die Handtücher sind in deinem Schrank.«

Die Mutter hatte den Schrank schon geöffnet, die Handtücher herausgenommen und reichte sie Michael.

»Zwei sind genug, ich bekomme ja gar nicht alles mit.«

»Könnt ihr an Bord denn auch waschen?«

»Ja, Mama, mach dir darüber bitte keine Gedanken. Zwei Handtücher reichen.«

Der Verschluss der Feldflasche klapperte, als Michael sie zusammen mit den Handschuhen als Letztes einpackte und den Seesack anschließend verschnürte.

»Was trägst du auf der Fahrt?«

Michael nahm den Drillichanzug vom Schrank. Er hatte die Uniformbluse und die Rundbundhose gestern selbst noch gebügelt. Die Mutter sah sich das blaue Schiffchen an, das obenauf lag.

»Was ist das für ein weißer Stab auf dem Kreuz?«

»Das ist kein Stab, das ist ein Torpedo«, erklärte Michael, »unser Bootswappen, weißer Torpedo im Balkenkreuz. Das Balkenkreuz ist das Wehrmachtsemblem.«

Die Mutter nickte. Sie legte das Schiffchen wieder auf den Bordanzug und befühlte den Stoff der Uniformbluse.

»Warum trägst du auf der Fahrt nicht deine blaue Uniform? Darin siehst du doch viel besser aus, als in diesem groben Stoff.«

»Nachts brauche ich nicht gut auszusehen und außerdem, wenn ich am Morgen in Lorient ankomme, gehe ich gleich aufs Boot. Ich will mich dann nicht auch noch umziehen müssen.«

»Wie du meinst. Hast du jetzt alles? Heute Abend bekommst du noch ordentlich Brote mit und ich pack dir auch noch etwas vom Braten ein.«

*

Der sechstägige Urlaub war vorüber. Michael klopfte sich die Krümel von der Uniformjacke. Er hatte gestern Abend auf dem Bahnhof in Dortmund noch eine Bockwurst im Brötchen gekauft. Er hatte sie gegessen und musste dann eingenickt sein. Er hatte durchgeschlafen. Es war jetzt drei Uhr in der Früh. Sie waren längst in Frankreich. Der Zug ratterte gleichmäßig dahin. Michael sah zum Fenster, konnte aber in der Dunkelheit nichts erkennen. Er machte es sich wieder bequem. Er hörte noch ein Husten vorne im Wagon und war bereits wieder eingeschlafen.

Zwei Stunden später fuhr der Zug in den Bahnhof von Lorient ein. Es gab einen Bahnsteig nur für Wehrmachtsangehörige. Wachmannschaften mit Hunden patrouillierten vor einem Stacheldrahtzaun. Am Gatter wurden die Papiere kontrolliert. Michael zeigte seinen Urlaubsschein und durfte passieren. Auf dem Platz vor dem Bahnhof standen Lastwagen. Michael reichte einem Kameraden seinen Seesack herauf, kletterte dann selbst auf die Pritsche und suchte sich einen Platz auf den Holzbänken. Die Männer waren noch müde und sehnten sich nach einem Frühstück und nach heißem Kaffee. Die Pritschenklappe wurde heftig zugeschlagen, der Lastwagen setzte sich mit dröhnendem Motor in Bewegung. Es ging durch die Altstadt. Die Fahrt dauerte keine zwanzig Minuten. Der Geschmack salziger Luft drang durch die offene Plane. Der Lastwagen fuhr langsamer, ratterte über Schienen und unebene Betonplatten. Sie fuhren an einem großen Schuttberg vorbei, aus dem rußgeschwärzte Metallstangen hervorstachen. An einer Stelle musste der Laster eine Kuhle passieren, einen Bombenkrater in der Fahrbahn, der nur notdürftig ausgebessert worden war. Weitere Schutthügel, ein ausgebrannter Kübelwagen, durch die Hitze von Brandbomben geschmolzene Stahlträger, Absplitterungen in den Bunkerwänden. Dies alles waren noch die Folgen eines schweren Luftangriffs, den es Ende November auf den Hafen von Lorient und auf die deutschen Bunkeranlagen gegeben hatte. Der Lastwagen hielt vor dem riesigen Bunkerkomplex des Kéroman I. Einer der Männer hatte die Pritschenklappe geöffnet. Sie sprangen heraus, geordnet, das geordnete Leben hatte wieder begonnen. Im Bunker wurde Brot, Butter, Wurst, Käse verteilt und endlich auch Kaffee. Michael aß im Stehen. Er sah auf die Uhr, noch zehn Minuten. Um sechs musste er sich an Bord melden. Er spülte noch das Essgeschirr aus, verstaute es wieder und schulterte dann seinen Seesack. Er würde seine Sachen erst am Nachmittag in den Wohnbunker bringen. Seine Schritte halten. Wachposten ließen ihn passieren. Noch hatte er niemanden von der Mannschaft getroffen. Die Lords mussten ohnehin erst zur dritten Wache um acht Uhr antreten. Michael betrat die lange Bunkerröhre, U-810 lag in Trockenbox fünf. Der Bug war instand gesetzt, die Schweißnähte der Außenverkleidung glänzten im Scheinwerferlicht der Deckenbeleuchtung, der Schutzanstrich war noch nicht aufgetragen. Restarbeiten, die in den nächsten Tagen zu erledigen waren. Die Männer an Deck von U-810 gehörten nicht zur Besatzung, Werftpersonal. Im Turm stand Leutnant Landenberger, der zweite Wachoffizier. Landenberger blickte hinüber zur Trockenbox sechs, die ebenfalls belegt war. An Deck des anderen Bootes standen die beiden Kommandanten.

»Emmermann ist heute früh eingelaufen.«

Michael zuckte zusammen, als er plötzlich von der Seite angesprochen wurde. Neben ihm stand Funk-Maat Norbert Greimel.

»Die hatten ganz schön geflaggt, mindestens fünfzigtausend Tonnen, mindestens. Mal sehen, was der Alte nachher erzählt. Kuhnke war natürlich auch schon da, hat die Mannschaft persönlich begrüßt, die waren ja auch fast fünf Monate unterwegs. U-172, der Stolz der 10.-Flotille.«

Michael gab Greimel die Hand.

»Und sonst, die Tage gut überstanden?«

Greimel nickte. »Ging so, ich bin schon seit gestern wieder auf unserer treuen Seekuh. Wir müssen uns ranhalten, wenn der ganze Elektrokram bis zum Auslaufen funktionieren soll.«

»Ach, gibt’s schon einen Auslauftermin?«, fragte Michael überrascht.

»Nee, das nicht, also nichts was ich weiß, aber ich denke, mehr als zehn Tage haben wir nicht mehr. Ich musste schon jede Menge Bestellungen raushauen.«

»Weißt du auch schon, wann meine Torpedos kommen?«

Greimel schüttelte den Kopf. »Keine Ahnung, der neue I WO ist ja auch noch nicht da.«

»Was, immer noch nicht. Der Herr Oberleutnant Rath ist doch schon seit fast einem Monat weg, da wird’s doch eigentlich langsam Zeit. Der Neue muss sich schließlich noch zurechtfinden. Wie denken die sich das eigentlich?«

Greimel zuckte mit den Schultern und verzog das Gesicht. »Der Rath hatte es über Weihnachten bestimmt richtig gut. In Paris und dann mit den hohen Herren.«

Michael nickte. Er musste jetzt zusehen, sich an Bord zu melden. Mit Greimel konnte er später noch reden. Er trat vor die Stelling, blieb stehen und salutierte. Leutnant Landenberger wandte sich ihm zu.

»Ober-Mechaniker-Maat Stromm meldet sich auf dem Boot zurück.« Michaels Worte klangen scharf und militärisch.

Landenberger salutierte ebenfalls und erst jetzt betrat Michael die Stelling und ging aufs Deck von U-810.

»Sie haben Pech, Herr Obermaat, Gefreiter Zimmer fällt vorerst aus. Hat sich das Bein gebrochen.«

Michael überlegte. »Aber ich bekomme doch Ersatz.«

»Die Mannschafft wird natürlich um einen Mann ergänzt, aber es wird kein Torpedomechaniker sein.« Landenberger zögerte. »Der Kaleun wird Ihnen das nachher wohl mal erklären.«

»Jawohl, Herr Leutnant.«

Michael dachte sich seinen Teil. Es war keine gute Nachricht. Gefreiter Zimmer war ein hervorragender Mechaniker. Gefreiter Maier, Michaels zweiter Mann, hatte lange nicht das Torpedowissen. Michael schaute zu dem Schwesterboot. Die Kommandanten Emmermann und Sieber unterhielten sich noch immer. Michael musste warten, bis er Näheres von Kaleun Sieber erfahren würde. Das Kombüsenluk stand offen. Michael ließ seinen Seesack nach unten fallen und stieg dann selber hinab in die Stahlröhre des Bootes. Die Kochnische der Kombüse glänzte, der Holzboden war gewachst, alles war noch einmal geputzt worden, bevor der Smutje sich in den Weihnachtsurlaub verabschiedet hatte. Michael ließ seinen Seesack in der Kombüse stehen. Er wollte zunächst in den Bugraum, sich dort die technische Abteilung ansehen. Die Kojen in der Unteroffiziersmesse waren noch nicht belegt, Decken und Bezüge lagen zusammengerollt am Kopfende der Doppelstockbetten. Die Stauräume waren noch leer. Michael erreichte das Schott zum Bugraum. Es war verschlossen. Er brauchte Kraft, um das Handrand zu drehen. Es zischte, als die Luke aufsprang. Michael kletterte in den Bugraum. Es roch nach Schmieröl und Fett, auch hier war die Mannschaft noch nicht eingezogen. Es gab zehn Kojen für zwanzig Mann. Der Bugraum war kaum acht Meter lang, gerade so viel Platz, dass die Torpedos unter die Flurplatten passten. Michael ging bis ans Ende, zu den vier Torpedorohren und legte die rechte Hand auf die weißlackierte Verschlussklappe von Rohr eins. Es war ein Ritual, er berührte nacheinander auch die Verschlussklappen der anderen drei Torpedorohre. Die Rohre waren jetzt noch leer. Während der Werftliegezeit waren die Torpedos wieder entladen worden und fuhren inzwischen auf anderen Booten. Michaels Blick glitt sekundenlang über die Armaturen und die elektrischen Leitungen, über die Hebel, Schieber und Rundinstrumente. Er drehte sich schließlich um, sah zur Decke. Das Torpedoluk war in einem Winkel von 60° in die Druckhülle des U-Bootes eingelassen, nur so konnten die Torpedos schräg, fast liegend abgeviert werden. Michael verließ den Bugraum. Er ging durch die Unteroffiziersmesse zurück zur Kombüse und griff sich seinen Seesack. Er ging weiter in die Offiziersmesse. Vor der Zentrale lagen auf der linken Seite der Fernmelderaum und der Ortungsraum und gleich gegenüber der winzige Kommandantenraum. Das Schott in die Zentrale stand weit offen. Michael durchquerte den engen Raum, ging am Kartentisch und an den Handrädern des Seiten- und Tiefensteuerstands vorbei und sah einmal kurz in den Turm hoch. Das Kugelschott zum Diesel- und E-Maschinenraum stand ebenfalls offen. Michael kletterte hindurch, blieb stehen und sah sich die ruhenden Aggregate an. Auch hier glänzte alles vor Sauberkeit. Er ging an den Zylinderreihen der beiden Dieselmaschinen vorbei, über ihm das Maschinenraumluk. Er passierte die E-Maschinen mit ihren aufgesetzten Lüftern und trat vor das verschlossene Kugelschott, das in den Hecktorpedoraum führte. Er öffnete es, wieder ein leisen Zischen, als die Dichtungen des Schotts Luft in den Hecktorpedoraum einströmen ließen. Michael schob seinen Seesack voran und schwang sich über das Süll. Er sah sich um, die Koje unterhalb des Torpedoluks war die Seine. Michael schlief hier bei der Mannschaft. Er stellte den Seesack vor das Doppelbett, ging weiter zu den Rohren. Er vollendete sein Ritual, legte nacheinander die rechte Hand auf die beiden Verschlussklappen.

*

Am Vormittag kam Leben in den Bunker. Die Besatzungen von zwei Kampfbooten verrichteten ihren Dienst. Die Männer von U-172 räumten ihr Boot aus. Nach hunderteinunddreißig Tagen auf See war allerdings nicht mehr viel auszuräumen. Die restliche Munition der Kanone und der Zwillingsflak wurde von Bord gebracht, in Stahlkisten verstaut und mit Karren in das Magazin des Kéroman I gebracht. Von der Verpflegung war nur ein Pappkarton mit verschimmelten Broten, ein halber Sack Kartoffeln und eine Palette Konserven übriggeblieben. Die haarigen Schimmelsporen wirkten wie ein dunkelgraues Fell auf den Brotlaiben. Die Lords nannten sie U-Boot-Kaninchen. Mit ihren persönlichen Sachen bepackt verließen schließlich Matrosen und Unteroffiziere den Bunker. Die Offiziere übergaben ihr Boot der Bunkerwache und folgten der Mannschaft von U-172 in den Urlaub.

Mit Dienstbeginn der ersten Wache, um 12:03 Uhr, ließ Kapitänleutnant Alfred Sieber die Leute auf dem Bunkerplatz vor U-810 antreten. Die dreißig Matrosen, Gefreite und Obergefreite stellten sich in drei Reihen auf. Es waren Maschinisten, Mechaniker, Seeleute, Funker und das Waffenpersonal. Alle im grauen Bordanzug. An den dunkelblauen Schiffchen trugen sie das Wappen ihres Bootes, das auch hinter den Männern am Turm von U-810 prangte. E-Maschinist Matthias Schlenker blickte zu Boden, sodass man sein Gesicht nicht sehen konnte. Torpedomechaniker Jens Maier biss die Zähne zusammen, streckte dabei aber sein Kinn weit nach vorne und wirkte so noch dürrer, als er ohnehin schon war. Diesel-Maschinist Ludwig Hoffmann stach mit seinen lockigen, roten Haaren hervor. Flakschütze Peter Sprenger versuchte seinen Bauch einzuziehen. Die Mannschaft war sich einig, dass er über Weihnachten wieder zugelegt hatte. E-Maschinist Karl Sowinski hatte sich die Uniformbluse nicht ordnungsgemäß zugeknöpft. Smutje Theo Weiss kauerte klein und schmächtig in der letzten Reihe, außen links. Man konnte glauben, dass nicht er, sondern Sprenger der Schiffskoch war. Die zehn Unteroffiziere hatten sich vor den Mannschaften aufgestellt. Diesel-Maschinen-Maat Manfred Keicher verbarg sein dünnes blondes Haar unter dem blauen Schiffchen. Funk-Maat Norbert Greimel konnte nur schwer ein spöttisches Grinsen unterdrücken. Ober-Mechaniker-Maat Michael Stromm war für einen Augenblick mit seinen Gedanken zu Hause in Papendorf bei seinem Motorrad. Ober-E-Maschinen-Maat Klaus Lischke hatte als Einziger die Arme hinter dem Rücken verschränkt. Obersteuermann Heinrich Petersen kratzte sich noch schnell an seinem dicken, schwarzen Vollbart, bevor er die Hände wieder an die Seitennaht seiner Uniformhose legte. Vor den Unteroffizieren standen schließlich der zweite Wachoffizier Leutnant Karl Landenberger, der Leitende Ingenieur Oberleutnant Martin Linden und ganz rechts der erste Wachoffizier Oberleutnant Günther Kuhnle, der sich erst am Morgen dieses Tages an Bord von U-810 gemeldet hatte. Kuhnle trat heraus und salutierte vor Kapitänleutnant Alfred Sieber.

»Melde, Mannschaft angetreten, Herr Kaleun.«

»Danke I WO.« Sieber schaute in die Reihen und nickte. »Na Leute, hat Muttern euch wieder gehen lassen.«

»Jawohl, Herr Kaleun«, schrien die Männer im Chor.

Sieber wandte sich wieder an den I WO. »Und, gibt es irgendwelche Verluste?«

Der I WO hielt einen Zettel in der Hand, von dem er jetzt zwei Namen entzifferte. »Obergefreiter Torpedomechaniker Zimmer liegt mit gebrochenem Bein im Lazarett in Köln. Zur Ergänzung der Mannschaft wurde Matrose Kehl zu U-810 befohlen.« Der I WO drehte sich zu den Männern um. »Matrose Kehl, vortreten.«

Ein Mann löste sich aus den Reihen. Er war schon vorher aufgefallen, denn er überragte die meisten seiner Kameraden um Haupteslänge. Nicht einmal Funk-Maat Greimel konnte es an Körpergröße mit ihm aufnehmen. Der Aufgerufene trat vor den I WO und den Kaleun und schlug salutierend die Hacken zusammen.

»Matrose Kehl, wird der zweiten Wache als Geschützhelfer zugeteilt«, fuhr der I WO fort.

Kaleun Sieber nickte. »Willkommen an Bord, Matrose!«

»Jawohl, Herr Kaleun!« Kehl streckte sich und schlug noch einmal die Hacken zusammen.

Sieber kannte die Personalmeldung selbstverständlich bereits. Es bedurfte keiner weiteren Erklärungen. Die Flottille hatte ihm einen unerfahrenen Mann überlassen. Matrose Kehl war noch nie auf einem U-Boot gefahren, ein Marineartellerist, der in den letzten sechs Monaten seit seiner Einberufung nur Dienst auf dem Stützpunkt versehen hatte. Sieber musste allerdings froh sein, überhaupt jemanden zu bekommen. Der I WO hatte den Matrosen inzwischen abtreten lassen. Kaleun Sieber wandte seinen Blick wieder der Mannschaft zu. Er lächelte.

»Unser erster Versuch, wieder für das Vaterland zu fahren, ist ja gründlich daneben gegangen, aber die Jungs von der Werft haben die Sache wieder hinbekommen. Es fehlt, glaube ich, nur noch etwas Menninge, damit uns der neue Bug nicht gleich wieder wegrostet. Also, der LI wird schon wissen, was noch zu machen ist, aber viel kann es nicht mehr sein. Wir haben daher vom B.d.U. einen neuen Auslauftermin erhalten.« Sieber unterbrach sich für ein paar Sekunden und suchte nach Zustimmung in den Augen seiner Leute. »Wir haben also einen Termin. Sylvester feiern wir noch im Kasino, dann geht es aber am 7. raus, Männer.«

»Jawohl, Herr Kaleun«, erklang es wieder im Chor.

*

Oberleutnant Linden blickte zu den Mündungsklappen der Torpedorohre. Michael stellte eine Leiter an den Bug und stieg hinauf. Er klopfte mit einem Hammer gegen die Außenverkleidung. Es war das Zeichen für Maier, der im Inneren des Bootes wartete. Die obere Mündungsklappe rechts schob sich auf. Michael hörte konzentriert auf das schabende Geräusch, mit dem die Führung der Mündungsklappe in der Gleitschiene lief. Der Mechanismus öffnete auch den vorderen Verschluss des Torpedorohres. Michael befühlte die Dichtung auf Unebenheiten. Mit dem Hammer gab er wieder Klopfzeichen. Die Mündungsklappe schob sich langsam zurück, die Öffnung in der Verkleidung wurde geschlossen.

»Mich wundert es nur, dass die Rohre nichts abgekriegt haben sollen, Herr Oberleutnant.«

»Die Werft hat alles überprüft. Die haben sogar einen Torpedo durch die Rohre gezogen.«

»Naja, sieht soweit ja auch gut aus. Die Mündungsklappen laufen ruckfrei und der Verschluss wird wohl auch dicht sein. Wir sollten aber später noch einen Drucktest machen, Herr Oberleutnant, um ganz sicher zu sein.«

Linden nickte. Dann räusperte er sich. »Mal was anderes, Stromm. Sie haben ja jetzt nur noch den Gefreiten Maier. Der Kaleun hat mich angewiesen, Ihnen einen Mann zu überstellen. Hätten sie da schon selbst jemanden im Auge?«

Michael stieg von der Leiter. »Wenn Sie mich so fragen, Herr Oberleutnant. Ich brauche ja wenigstens jemanden mit Mechanikererfahrung, dem ich dann das Torpedo-ABC beibringen kann. Also mir wäre Sowinski recht.«

»Gefreiter Sowinski gehört zu Keichers Leuten. Da müssen wir sehen, ob er ihn entbehren kann. Käme denn noch jemand anderes infrage?«

Michael überlegte und schüttelte dann den Kopf. »Ich weiß nicht, vorläufig nicht. Wenn Sie erlauben, ich habe bereits mit Maat Keicher gesprochen. Er würde Sowinski zwar nicht gerne ziehen lassen, aber er hat ja genug Fachpersonal und kann eher einen, wie soll ich sagen, Ungelernten nehmen. Bei mir ist das eben nicht möglich.«

»Gut, war schon richtig, dass Sie Keicher vorgewarnt haben. Die U-Offiziere sollen sich ohnehin besser abstimmen, meine ich.«

»Jawohl, Herr Oberleutnant.«

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