Pol Pot und die Linken

Spiegel online 01.04.2013

Von Oskar Piegsa

Auf Austern mit dem Massenmörder

Im August 1978 reisen vier westliche Intellektuelle nach Kambodscha. Aus dem kriegszerrütteten Land in Südostasien gibt es kaum verlässliche Informationen, deshalb wollen sie mit eigenen Augen sehen, was dort passiert. Zwei Wochen lassen sie sich durchs Land führen. Sie schauen sich Staudämme und Speisehallen an, sie sprechen mit Bauern und Beamten und schreiben dann einen Reisebericht.

Steinzeit-Kommunismus in Kambodscha: Diese Aufnahme von 1975 zeigt einen...

Beherrscht wird das Land damals von den Roten Khmer. Geschätzte 1,7 Millionen Menschen sterben in den dreieinhalb Jahren, in denen Pol Pot, der Bruder Nummer Eins genannte Khmer-Führer, seine Bauernutopie erzwingen will: Einen Staat ohne Städte, ohne Privateigentum, ohne ausländische Einflüsse – und ohne individuelle Rechte.

Etwa 25 Jahre später entdeckt der schwedische Journalist Peter Fröberg Idling das Buch seiner Landsleute und ist verblüfft. „Zwangsarbeit“, „Folter“, „Hunger“, sogar „Genozid“ – das sind die Begriffe, mit denen heute über die Zeit gesprochen wird, als Pol Pot und die Roten Khmer in Kambodscha herrschten. Nichts davon ist den vier Besuchern aufgefallen.

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Cover DIE SCHLANGELTROMMEL

Im Buchhandel als eBook

Die Schlangentrommel

ISBN 978-3-8476-1371-8

Leseprobe

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